Wie erstellt man eine Machbarkeitsstudie für einen Wakepark?
9. Februar 2024

Der Bau eines Wakeparks ist mit Kosten verbunden, die stark von den Spezifikationen des Standorts bestimmt werden. Abhängig davon, welche Infrastruktur geschaffen werden muss, welche Maßnahmen und Anpassungen bei der Bauvorbereitung und Installation ergriffen werden müssen und welche Anforderungen an die Wakeboard-Anlage als solche gestellt werden, können die Beträge in Millionenhöhe reichen. Das ist Geld, das den wenigsten zur Verfügung steht. In den meisten Fällen braucht man Investoren oder einen Kredit, um die nötigen finanziellen Mittel zu beschaffen.

Für Investoren, Banken und Kreditinstitute ist in erster Linie relevant, ob sich ihr Investment auszahlen wird. Zur Beurteilung dieser Frage gibt es zwei wesentliche Instrumente, die miteinander in Zusammenhang stehen: die Machbarkeitsstudie und den Businessplan. Die Machbarkeitsstudie geht dem Businessplan voran. Sie dient dazu, die Realisierbarkeit des Projekts zu bewerten, indem sie verschiedene Aspekte beleuchtet und prüft, ob diese praktisch umsetzbar, mit den vorhandenen Ressourcen erreichbar und aus wirtschaftlicher Sicht rentabel sind. 

Die Machbarkeitsstudie bildet den Ausgangspunkt für einen soliden Businessplan und sollte mit Sorgfalt und auf Basis gründlicher Recherche erstellt werden. Sie hat nicht nur den Zweck, Entscheidungsträgern eine realistische Betrachtung auf das Projekt zu ermöglichen, sondern hilft auch Ihnen als zukünftiger Wakepark-Besitzer dabei, sich umfassend zu informieren, mit den Knackpunkten Ihres Vorhabens vertraut zu machen und herauszufinden, ob Ihr geplantes Business eine Chance hat, auf dem Markt zu bestehen. Wir geben Ihnen einen Leitfaden für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie an die Hand und verschaffen Ihnen einen Überblick, was man für ein fundiertes Konzept braucht, um Sie auf dem Weg zu Ihrer Finanzierung zu unterstützen.

© Dan Deak Bardos

Leitfaden zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie für einen Wakepark

Eine Machbarkeitsstudie ist eine umfangreiche Analyse, bei der die Realisierbarkeit eines Projekts unter finanziellen, rechtlichen und vielen weiteren Aspekten eingeschätzt wird. Der Aufbau strukturiert sich wie folgt.

1. Einleitung

1.1. Kurze Projektzusammenfassung Zu Beginn geben Sie einen kurzen Überblick über Ihr geplantes Wakepark-Vorhaben. Da das Wakeboarden ein noch relativ junger Sport und demzufolge nicht jedem ein Begriff ist, empfehlen wir, an dieser Stelle kurz zu erklären, was Wakeboarden, Wasserski und ein Wakepark eigentlich sind.
1.2. Zweck und Ziel der Machbarkeitsstudie Erörtern Sie, was die Machbarkeitsstudie leisten soll.

2. Projektbeschreibung

2.1. Projektziele und Umfang des Vorhabens Benennen Sie klar definierte Ziele, die Sie kurzfristig und langfristig mit Ihrem Wakepark-Projekt verfolgen, und geben Sie Auskunft über dessen Umfang.
2.2. Vorgehensweise bei der Machbarkeitsstudie vorstellen Erklären Sie, wie Sie bei der Durchführung der Machbarkeitsstudie vorgehen und welche Methoden Sie anwenden.

3. Marktanalyse

3.1. Zielgruppen definieren und identifizieren Benennen Sie klar definierte Ziele, die Sie kurzfristig und langfristig mit Ihrem Wakepark-Projekt verfolgen, und geben Sie Auskunft über dessen Umfang.
3.2. Nachfrage nach Wakeparks in der Region erforschen Erklären Sie, wie Sie bei der Durchführung der Machbarkeitsstudie vorgehen und welche Methoden Sie anwenden.
3.3. Potenzielle Wettbewerber und deren Angebote analysieren Wie viele Wakeparks und Wakeboard-Anlagen gibt es im Umkreis und wie sind sie verteilt? Welches Angebot bieten diese und was für ein Angebot haben Sie mit Ihrem Wakepark-Projekt geplant?
3.4. Größe und Wachstumspotenzial des Markts evaluieren Wie hat sich der Markt national und international entwickelt und welche Trends zeichnen sich ab? Wir empfehlen, globale Entwicklungen einzubeziehen und auf Wakeparks zu verweisen, die bereits erfolgreich in Betrieb sind, um zu verdeutlichen, dass das Business längst kein Neuland mehr ist.

4. Lage- und Standortbewertung

4.1. Standortpotenzial einschätzen Beurteilen Sie, inwieweit sich der Standort für den Bau und Betrieb eines Wakeparks eignet. Warum ist die Schaffung Ihres Angebots an dieser Stelle eine gute Idee? Auch Flächenparameter des Standorts wie die Größe können hier angeführt und erste Skizzen für den Aufbau oder Architektenzeichnungen beigefügt werden.
4.2. Standortrelevante Faktoren bewerten (Erreichbarkeit, Nähe zur Zielgruppe, Verfügbarkeit von Gewässern etc.) Wie ist die Anbindung an den ÖPNV? Sind Parkplätze vorhanden? Gibt es in der Nähe weitere Attraktivitäten? Ist ein Bestandsgewässer vorhanden? Gibt es Erweiterungs- und Ausbaupotenzial? Hier können individuelle Vorteile der Lage und des Standorts eingewoben werden. 
4.3. Kosten (Miete/Pacht/Kauf) für die Fläche aufführen Abhängig davon, ob das Areal für den Wakepark gemietet, gepachtet oder gekauft wird, sind entsprechende Kosten aufzuführen.
4.4. Eventuelle Auflagen und Umweltaspekte berücksichtigen Gelten für den Standort bestimmte Auflagen oder Vorschriften, die erfüllt werden müssen? Handelt es sich beispielsweise um ein Landschaftsschutzgebiet oder gibt es ein Naturschutzgebiet in der Nähe? Solche Aspekte sollten an dieser Stelle benannt werden.

© Dan Deak Bardos

5. Finanzielle Machbarkeit

5.1. Schätzung der Kosten für den Bau des Wakeparks (Wakeboard-Anlage, Installation, Vorbereitung, externe Baumaßnahmen, Infrastruktur etc.) Wie teuer der Bau eines Wakeparks ist, hängt stark von den Standortspezifikationen ab. Orientierungswerte für die Gesamtkosten eines Wakeparks haben wir für Sie in diesem Blogbeitrag zusammengetragen.
5.2. Schätzung der Kosten für den Betrieb des Wakeparks (Personal- und Nebenkosten, Versicherungen, Equipment, Marketing etc.) Alle laufenden Betriebskosten sind in die Machbarkeitsanalyse einzubeziehen.
5.3. Schätzung der Einnahmen auf Basis projektierter Besucherzahlen, der Preisgestaltung und ggf. weiterer Einnahmequellen (Shops, Gastronomie, Vermietung von Ausrüstung o.ä.) Die Einnahmen müssen genauso realistisch eingeschätzt werden wie die Kosten. Je mehr Einnahmequellen Sie haben, desto besser.
5.4. Break-even-Analyse zur Ermittlung der Gewinnschwelle Mit der Berechnung des Break-even-Points ermitteln Sie, ab wann das Wakepark-Projekt Gewinn abwirft und rentabel wird.
5.5. Sensitivitätsanalyse zur Einschätzung der finanziellen Tragfähigkeit unter variierenden Einflussgrößen Die Sensitivitätsanalyse gibt Aufschluss darüber, welche Auswirkungen sich verändernde Parameter und Situationen auf die finanziellen Ergebnisse haben. So lassen sich erste Risiken identifizieren und gegebenenfalls schon Maßnahmen planen. 

6. Technische Machbarkeit

6.1. Technische Infrastruktur für den Aufbau des Cable Parks definieren Die technischen Rahmenbedingungen werden an dieser Stelle noch einmal detailliert aufgelistet. Das hilft Entscheidungsträgern dabei, den Aufbau einer Wakeboard-Anlage zu nachzuvollziehen.
6.2. Verfügbarkeit von Cable-Park-Ausstattung und technischen Komponenten prüfen Hierunter fallen die anlagentechnische Ausstattung wie Features/Rampen für den Cable Park, ggf. notwendige Rücklaufstege, aber auch  Leihmaterial wie Wakeboards, Wasserski, Wasserskiwesten, Helme etc.
6.3. Technische und bauliche Herausforderungen bewerten Sollte es bauliche oder technische Herausforderungen geben, die am Standort gelöst werden müssen, können hierfür schon Lösungsvorschläge angebracht werden. 

7. Rechtliche Machbarkeit

7.1. Rechtliche Aspekte und erforderliche Genehmigungen für den Bau und Betrieb eines Wakeparks evaluieren Rechtliche Vorgaben können von Land zu Land variieren. Führen Sie auf, welche Genehmigungen Sie benötigen und welche Gutachten Sie gegebenenfalls in Auftrag geben müssen.
7.2. Mögliche rechtliche Herausforderungen im Hinblick auf Wassersportaktivitäten (Haftung etc.) identifizieren Im Zusammenhang mit Wassersportaktivitäten sind mögliche Haftungsrisiken zu beachten. Empfohlen ist in jedem Fall, alle erforderlichen Haftpflichtversicherungen abzuschließen.
7.3. Umwelt- und Naturschutzvorschriften prüfen Geltende Umwelt- und Naturschutzauflagen sind zu benennen und einzuhalten. So kann es beispielsweise sein, dass Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen, wenn beim Bau eines Wakeparks in die Natur eingegriffen wird.

Um die rechtliche Machbarkeit einschätzen zu können, müssen Sie mit den zuständigen Behörden in Kontakt treten und die Auflagen kennen. Auskünfte und Antragsbearbeitungen sind häufig mit langen Wartezeiten verbunden, deswegen empfehlen wir Ihnen, sich möglichst frühzeitig Informationen einzuholen.

© Dan Deak Bardos

8. Umwelt- und Sozialverträglichkeit

8.1. Auswirkungen des Projekts auf die Umwelt analysieren Zur Bestimmung der Umweltauswirkungen eines Wakeparks könnte eine Umweltverträglichkeitsanalyse notwendig sein.
8.2. Soziale Auswirkungen und soziale Verträglichkeit evaluieren Hier spielen Faktoren wie Lärmentwicklung, aber auch die Integration in der Region, die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten und die Förderung lokaler Organisationen einen Rolle.

9. Zeitliche Machbarkeit

9.1. Realistischen Zeitplan für die Umsetzung des Projekts erstellen Der Projektzeitplan sollte mit Augenmaß und Weitblick erstellt und nicht zu eng getaktet sein, um gegebenenfalls einen Puffer zu haben.
9.2 Strategische und kritische Meilensteine identifizieren Es ist sinnvoll, strategisch wichtige Zwischenschritte und Etappenziele für den Bau und Betrieb des Wakeparks zu benennen.

10. Risikoanalyse

10.1. Potenzielle Risiken identifizieren und bewerten Für Investoren ist es wichtig, die Risiken des Wakepark-Projekts zu kennen. Liegt der Standort z.B.  in einem möglichen Überschwemmungsgebiet oder in einer Region, in der mit Naturgewalten zu rechnen ist? Welche Risiken bestehen im Fall von Business-Fehlern (z.B. falsch kalkulierter Kundenstrom)? Wir empfehlen, sich bei der Einschätzung an existierenden Anlagen zu orientieren und diese als Referenzen aufzuführen, um zu verdeutlichen, dass Ihre Annahmen realistisch sind.
10.2. Strategien zur Risikominimierung entwickeln Sind mögliche Risiken identifiziert, können sie mithilfe geeigneter Strategien verringert werden – sei es, indem man Versicherungen abschließt oder bauliche bzw. operative Maßnahmen ergreift. Risikominderungsstrategien helfen dabei, das Investment langfristig zu schützen.
11. Zusammenfassung
11.1. Wichtigste Ergebnisse An dieser Stelle fassen Sie die wichtigsten Ergebnisse Ihrer Machbarkeitsstudie zusammen.
11.2. Fazit Das Fazit besteht aus einer Schlussfolgerung, ob die Umsetzung des Projekts machbar ist oder nicht.
12. Appendix
Anhänge und Zusatzinformationen z.B. Marktforschungsdaten, finanzielle Prognosen, Standortdaten, Planwerke, Zeichnungen, relevante Lizenzen, Berechnungen, Tabellen, Grafiken, Studien und weitere Informationen

© Dan Deak Bardos

Warum ist eine gute Machbarkeitsstudie so wichtig?

Eine Machbarkeitsstudie bietet das Grundgerüst für eine solide Einschätzung Ihres Projektes. Die Erstellung nimmt Zeit in Anspruch, um an die notwendigen Informationen zu kommen, der Aufwand zahlt sich jedoch aus. Eine gute Machbarkeitsstudie zeigt, dass Sie sich fundiert mit Ihrem Projekt auseinandergesetzt haben und das ist wiederum von großer Bedeutung, wenn Sie andere überzeugen wollen, in Ihr Vorhaben zu investieren. 

Zwar können wir unseren Kundinnen und Kunden die Erstellung einer Machbarkeitsstudie nicht abnehmen, aber wir können sie dabei unterstützen. Sprechen Sie uns an! Gemeinsam lassen wir Ihren Wakepark Wirklichkeit werden. 

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Sie planen den Bau eines Wakeparks? Anne ist dafür genau die richtige Ansprechpartnerin. Mit ihrem fundierten Hintergrund in Architektur und Stadtplanung kann sie Sie schnell durch die Anforderungen, den Zeitplan des Projekts und alle Budgetfragen führen, die Sie haben könnten. Anne kümmert sich bei uns um alle Installationen von Full-Size-Cable-Systemen und wir sind uns nicht sicher, warum Sie noch lesen und noch nicht zum Telefon gegriffen haben.

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